Grundwissen · Der Einstieg
Kratom: Was ist das eigentlich?
Kratom ist das getrocknete Blatt eines tropischen Baums aus der Familie der Kaffeegewächse. Was drin ist, wofür es traditionell verwendet wurde, warum es riskant ist und wie es in Österreich rechtlich steht – in fünf Minuten.
Redaktion KratomblattStand: 5 Quellen
Kratom taucht in Österreich in Schlagzeilen auf – zuletzt wegen des neuen Verbots im Lebensmittelrecht und eines Notfalls in Innsbruck. Was hinter dem Namen steckt, lässt sich in wenigen Absätzen sagen.
Die Pflanze hinter dem Namen
Kratom ist der gebräuchliche Name für die Blätter von Mitragyna speciosa Korth. Der Baum gehört zu den Rötegewächsen (Rubiaceae), ist immergrün, wird 4 bis 16 Meter hoch und stammt aus Südostasien, den Philippinen und Neuguinea. Mehr über Blatt, Blüte und Anbau: Der Kratombaum.
Was steckt im Blatt?
Die Blätter enthalten über 40 verwandte Alkaloide (die FDA spricht von über 50). Die wichtigsten sind Mitragynin und 7-Hydroxymitragynin (7-OH). Der Gesamtalkaloidgehalt getrockneter Blätter liegt laut EUDA bei 0,5 bis 1,5 Prozent. Details: Mitragynin und 7-OH.
Wie wirkt Kratom im Gehirn?
Mitragynin und 7-OH sind partielle Agonisten am menschlichen μ-Opioidrezeptor und hemmen κ- und δ-Rezeptoren. Laut EUDA hängt die Wirkung stark von der Menge ab: niedrig eher anregend, hoch dämpfend und opioidartig. Was die Forschung dazu sagt – und was nicht –, steht in Wirkung: der Forschungsstand.
Ist Kratom gefährlich?
Kratom ist kein harmloses Kraut. Dokumentiert sind Abhängigkeit und Entzugssymptome, Leberschäden, Wechselwirkungen mit Medikamenten und Verunreinigungen mit Salmonellen und Schwermetallen. Der Überblick: Risiken und Nebenwirkungen.
Kratom in Österreich
In Österreich ist Kratom kein Suchtmittel. Seit 1. September 2026 dürfen aber Lebensmittel mit nicht herkömmlichen psychoaktiven Stoffen nicht mehr in Verkehr gebracht werden – das Gesundheitsministerium nennt Kratom ausdrücklich. Alles dazu: Kratom in Österreich.
Häufige Fragen
Was ist Kratom?
Kratom sind die Blätter des tropischen, immergrünen Baums Mitragyna speciosa aus der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae), zu der auch Kaffee gehört. Er wächst in Südostasien, auf den Philippinen und in Neuguinea. Die Blätter enthalten Alkaloide, vor allem Mitragynin.
Was ist Kratom-Pulver?
Kratom-Pulver sind fein gemahlene, getrocknete Kratomblätter. Es ist die häufigste Handelsform in Europa – daneben gibt es Tabletten, Kapseln und Extrakte. Mehr im Beitrag Pulver, Tabletten, Extrakt.
Ist Kratom eine Droge?
Kratom wirkt psychoaktiv, und seine Alkaloide binden an Opioidrezeptoren. Ob es rechtlich als Droge gilt, ist Ländersache: In Österreich ist es kein Suchtmittel, in der Schweiz, in Polen, Schweden oder Frankreich dagegen schon. Siehe Europa-Überblick.
Wofür wird Kratom verwendet?
Traditionell wurden die Blätter in Südostasien gekaut oder als Tee aufgekocht – laut EUDA in niedriger Menge gegen Müdigkeit bei harter Arbeit, in der Volksmedizin gegen Durchfall und Husten und als Opiumersatz. Kratom ist in Österreich nicht als Arzneimittel zugelassen; wir machen keine Heilversprechen.
Ist Kratom ein Opiat?
Nein, ein Opiat im engeren Sinn stammt aus dem Schlafmohn. Kratom-Alkaloide sind Indolalkaloide. Mitragynin und 7-OH wirken aber als partielle Agonisten am μ-Opioidrezeptor – also an derselben Stelle wie Opioide. Die FDA bezeichnet 7-OH-Konzentrate als „emerging opioid threat“.