Gesundheit · Was dokumentiert ist
Ist Kratom gefährlich? Nebenwirkungen und Risiken im Überblick
Leberschäden, Abhängigkeit, Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle, Todesfälle im Mischkonsum: was Behörden und Studien über die Nebenwirkungen von Kratom dokumentiert haben – nüchtern und mit Quellen.
Redaktion KratomblattStand: 8 Quellen
„Ist doch nur ein Blatt“ – diesen Satz hört man oft. Die Datenlage spricht eine andere Sprache. Hier ist, was Behörden und Studien tatsächlich dokumentiert haben.
Nebenwirkungen laut Behörden
Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stellte im September 2025 Fallberichte zusammen. Beschrieben sind:
- Leber- und Nierenschäden bis hin zum Multiorganversagen,
- Herzrhythmusstörungen und Krampfanfälle,
- Verwirrtheit und Halluzinationen,
- Rhabdomyolyse (Zerfall von Muskelgewebe),
- Lungen- und Hirnödeme.
Das BfArM nennt zusätzlich das Risiko von Abhängigkeit und Entzugssyndrom. In Österreich warnt der Verein für Konsumenteninformation (VKI) vor dem Gesundheitsrisiko.
Kratom und die Leber
Eine Übersichtsarbeit (Schimmel & Dart, 2020) wertete 26 Fallberichte, 7 Fälle aus dem US-Netzwerk für arzneimittelbedingte Leberschäden und 25 Fälle aus FDA-Datenbanken aus:
- Die Schäden traten typischerweise nach rund drei Wochen auf (Median 20,6 Tage, Spanne 2–49).
- Meist cholestatisch: Gelbsucht, Juckreiz, dunkler Urin.
- Fazit: Kratom verursacht „wahrscheinlich“ Leberschäden – bei Evidenz niedriger Qualität.
Abhängigkeit
In Malaysia hatten von 293 regelmäßigen Konsumenten über die Hälfte eine schwere und 45 % eine mittelschwere Abhängigkeit (Singh 2014). Mehr: Abhängigkeit und Entzug.
Todesfälle
- USA: Eine CDC-Auswertung von 27.338 Überdosis-Todesfällen (2016–2017) fand Kratom bei 152 (0,56 %). Bei 91 wurde es als Ursache genannt, bei nur 7 war es die einzige gefundene Substanz. Am häufigsten zusätzlich: Fentanyl (65 %), Heroin (33 %), Benzodiazepine (22 %).
- WHO und FDA: Todesfälle sind selten und betreffen fast immer Mischkonsum; der Anteil von Kratom ist daher unklar.
- Deutschland: 2024 wurde der erste tödliche Fall beschrieben.
- Österreich: 2026 wurde über einen 22-Jährigen berichtet, der in Innsbruck nach „Kratomtee“ einen Herzstillstand erlitt.
Verunreinigungen und Wechselwirkungen
Zwei Risiken haben nichts mit der Pflanze selbst zu tun, sondern mit Herstellung und Kombination: Salmonellen, Schwermetalle und Beimischungen sowie Wechselwirkungen mit Medikamenten und Alkohol.
Häufige Fragen
Ist Kratom gefährlich?
Ja, Kratom birgt dokumentierte Risiken: Abhängigkeit und Entzug, Leberschäden, in Fallberichten Nierenschäden, Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle und Todesfälle – fast immer in Kombination mit anderen Substanzen. Dazu kommen Verunreinigungen und Wechselwirkungen mit Medikamenten.
Welche Nebenwirkungen hat Kratom?
Das deutsche BfR fasst Fallberichte zusammen: Leber- und Nierenschäden bis zum Multiorganversagen, Herzrhythmusstörungen, Krampfanfälle, Verwirrtheit, Halluzinationen, Rhabdomyolyse (Muskelzerfall), Lungen- und Hirnödeme. Bei regelmäßigem Konsum kommen Abhängigkeit und Entzugssymptome hinzu.
Welche Langzeit-Nebenwirkungen hat Kratom?
Bei regelmäßigem Konsum ist vor allem Abhängigkeit belegt: In Malaysia hatten von 293 regelmäßigen Konsumenten über die Hälfte eine schwere und 45 % eine mittelschwere Abhängigkeit. Bei langfristigem Konsum belasteter Produkte warnt die FDA vor Schwermetallvergiftung.
Schadet Kratom der Leber?
Eine Übersicht von 26 Fallberichten und weiteren Fällen aus US-Datenbanken kam zum Schluss, dass Kratom „wahrscheinlich“ Leberschäden verursacht (Evidenz niedriger Qualität). Typisch: Beginn nach rund drei Wochen, Gelbsucht, Juckreiz, dunkler Urin.
Kann man an Kratom sterben?
Todesfälle sind dokumentiert, aber fast immer mit anderen Substanzen. In einer US-Auswertung von 27.338 Überdosis-Todesfällen war Kratom bei 152 nachweisbar, nur bei 7 war es die einzige gefundene Substanz. In Deutschland wurde 2024 ein erster tödlicher Fall beschrieben.
Hat Mitragynin Nebenwirkungen?
Mitragynin ist der Hauptwirkstoff – die oben genannten Nebenwirkungen von Kratom sind daher weitgehend Nebenwirkungen von Mitragynin und den daraus entstehenden Stoffen wie 7-OH. Konzentrierte 7-OH-Produkte hält die FDA für deutlich riskanter.