Recht · Codex B 31
Kratom-Tee und das Österreichische Lebensmittelbuch
Kratom-Tee galt lange als harmlose Form. Das Österreichische Lebensmittelbuch führt den Kratombaum aber als Pflanze, die für Tee nicht verwendet wird – und seit 1. September 2026 ist der Verkauf als Kratomtee nicht mehr zulässig.
Redaktion KratomblattStand: 5 Quellen
In vielen Online-Foren heißt es, Kratom „als Tee“ sei die sanfte, traditionelle Variante. In Österreich hat diese Vorstellung zwei Gegenspieler: das Lebensmittelbuch und das neue LMSVG.
Was ist das Österreichische Lebensmittelbuch?
Das Österreichische Lebensmittelbuch, kurz Codex, beschreibt Verkehrsbezeichnungen und Beurteilungsgrundsätze für Lebensmittel. Die Erläuterungen zur LMSVG-Novelle verweisen ausdrücklich darauf: Was eine „herkömmliche“ Verwendung psychoaktiver Stoffe ist – erlaubt bleibt etwa Koffein –, soll sich nach dem Lebensmittelbuch richten; Präzisierungen sollen im Codexkapitel A 3 erfolgen.
Kratom im Codex-Kapitel B 31
Kapitel B 31 „Tee und teeähnliche Erzeugnisse“ enthält in Anlage II eine offene Liste von Pflanzen, die zur Herstellung von Tee und teeähnlichen Erzeugnissen nicht verwendet werden. Dort steht:
„Mitragyna speciosa (Korth.) Havil. – Kratombaum – Indolalkaloide“
Die zuletzt veröffentlichte Fassung des Kapitels stammt vom 29. Juni 2026. Kratom-Tee ist damit nach österreichischem Lebensmittelverständnis kein herkömmlicher Tee.
Kratom-Tee kaufen, Kratom-Tee zubereiten?
Seit 1. September 2026 ist der Verkauf als „Kratomtee“ in Österreich nicht mehr zulässig. Anleitungen zur Zubereitung bieten wir – wie bei allen anderen Formen – nicht an: Wir geben keine Einnahme- oder Dosierungsempfehlungen.
Was die Quellen über die traditionelle Verwendung sagen: Laut EUDA werden die frischen oder getrockneten Blätter in Südostasien gekaut oder als Tee aufgekocht, in niedriger Menge gegen Müdigkeit bei langer Arbeit. Aus Tradition folgt allerdings keine Sicherheit – siehe Risiken und Nebenwirkungen.
Was das für Kratom-Pulver bedeutet
Das Lebensmittelbuch beschreibt Tee. Das LMSVG-Verbot erfasst dagegen alle Lebensmittel mit nicht herkömmlichen psychoaktiven Stoffen – unabhängig von der Form. Einen Überblick über Pulver, Tabletten und Extrakte gibt der Beitrag Darreichungsformen.
Häufige Fragen
Ist Kratom-Tee in Österreich erlaubt?
Als Lebensmittel nicht mehr. Seit 1. September 2026 ist der Verkauf als „Kratomtee“ laut Berichterstattung nicht mehr zulässig, weil § 5 Abs. 1 Z 4 LMSVG Lebensmittel mit nicht herkömmlichen psychoaktiven Stoffen verbietet. Das Lebensmittelbuch führt den Kratombaum zudem als Pflanze, die für Tee nicht verwendet wird.
Kann man Kratom-Tee kaufen?
Ein Händler, der in Österreich Kratom als Tee – also als Lebensmittel – anbietet, verstößt seit 1. September 2026 gegen das LMSVG. Die beiden Shops auf unserer Einkaufsseite verkaufen ihr Kratom-Pulver als „botanisches Sammlerstück“ ausdrücklich nicht für den menschlichen Verzehr.
Wie wird Kratom-Tee aus Pulver zubereitet?
Zubereitungs- und Einnahmeanleitungen geben wir grundsätzlich nicht. In Südostasien werden die Blätter traditionell gekaut oder als Tee aufgekocht – das beschreibt die Europäische Drogenagentur EUDA. Eine sichere Zubereitung oder Menge lässt sich aus dieser Tradition nicht ableiten.
Warum ist Kratom-Tee nicht harmloser als Pulver?
Der Herzstillstand eines 22-Jährigen in Innsbruck, über den 2026 berichtet wurde, ereignete sich nach „Kratomtee“. Und eine Studie mit nur 2 g Kratom als Tee zeigte bereits eine messbare Wechselwirkung mit einem Medikament (siehe Wechselwirkungen).