Gesundheit · Produktqualität
Salmonellen, Blei, Beimischungen: Wenn das Risiko nicht von der Pflanze kommt
199 Erkrankte durch Salmonellen in Kratom, Blei und Nickel über den Grenzwerten, beigemischtes O-Desmethyltramadol: dokumentierte Fälle verunreinigter Kratomprodukte – und was ein Laborbefund dagegen leisten kann.
Redaktion KratomblattStand: 5 Quellen
Manche Risiken von Kratom haben mit dem Wirkstoff nichts zu tun. Sie entstehen auf dem Weg vom Baum in den Beutel.
Salmonellen: der Ausbruch von 2018
2018 verfolgten die US-Behörden einen Salmonellen-Ausbruch:
- 199 Erkrankte in 41 Bundesstaaten,
- 38 % mussten ins Krankenhaus, Todesfälle gab es keine,
- 33 von 66 FDA-Proben waren positiv (Stand 19. April 2018),
- eine gemeinsame Quelle wurde bis zum Abschluss am 24. Mai 2018 nicht gefunden.
Schwermetalle: Blei und Nickel
Die FDA ließ 2019 30 Kratomprodukte analysieren und fand Blei und Nickel in Mengen über der sicheren täglichen Aufnahme. Wer solche Produkte lange verwendet, riskiert laut FDA eine Schwermetallvergiftung – mit möglichen Schäden an Nerven und Nieren, Blutarmut, Bluthochdruck und erhöhtem Krebsrisiko.
Zum Vergleich: Die tschechische Kratom-Verordnung erlaubt höchstens 3,0 mg/kg Blei, 1,0 mg/kg Cadmium, 0,10 mg/kg Quecksilber und 0,50 mg/kg Arsen.
Beimischungen: der Fall „Krypton“
Die EUDA berichtet von Produkten namens „Krypton“, die in Deutschland und Schweden verkauft wurden und O-Desmethyltramadol enthielten. In Schweden wurden sie mit Todesfällen in Verbindung gebracht.
Warum das in Österreich besonders zählt
Seit 1. September 2026 darf Kratom in Österreich nicht mehr als Lebensmittel verkauft werden. Als zugelassenes, geprüftes Lebensmittel gibt es Kratom hier also nicht. Umso wichtiger ist ein Laborbefund zur Charge. Zur Rechtslage: Das LMSVG-Verbot.
Häufige Fragen
Kann Kratom mit Salmonellen belastet sein?
Ja. 2018 erkrankten in den USA 199 Menschen in 41 Bundesstaaten an Salmonellen, die mit Kratom in Verbindung standen; 38 % mussten ins Spital, Todesfälle gab es keine. Von 66 FDA-Proben waren 33 positiv. Eine einzelne gemeinsame Quelle wurde nicht gefunden.
Enthält Kratom Schwermetalle?
Die FDA testete 2019 30 Kratomprodukte und fand Blei und Nickel in Konzentrationen über der sicheren Tageszufuhr. Bei langfristigem Konsum warnt sie vor Schwermetallvergiftung mit Folgen für Nerven, Nieren, Blut und Blutdruck.
Woran erkenne ich ein geprüftes Produkt?
An einem Laborbefund, der zur konkreten Charge gehört und Schwermetalle, Aflatoxine und Keime ausweist. Welche Werte als Maßstab dienen können, steht im Beitrag Laborbefund lesen.